Fast alle Freelancer:innen stehen früher oder später vor der Frage:
Arbeite ich unter meinem eigenen Namen oder gebe ich meinem Business einen Unternehmensnamen?
Die Antwort ist weniger kompliziert als oft angenommen, hat aber mehr Konsequenzen, als viele zunächst denken.
Ein Unternehmensname klingt attraktiv: Er macht das Business „größer“, unterscheidet es von anderen Selbstständigen und wirkt wie ein professioneller Markenauftritt. Und eben nicht wie eine klassische One-(Wo)man-Show.
Allerdings muss man auch erst einmal einen passenden Namen finden. Viele starten daher unter ihrem eigenen Namen, und die Namensfrage bleibt erst mal „in der Schwebe“. Dann wird mal intensiver oder nebenbei gesucht, ausprobiert, die KI gefragt und in vielen Fällen wieder aufgegeben. Selbst wenn es gute Ansätze gibt, sind diese häufig bereits vergeben oder überzeugen am Ende nicht wirklich.
Aber braucht es überhaupt einen „richtigen“ Namen? Oder ist es nicht einfacher, den Eigennamen für das Freelancing beizubehalten?
Die Vorteile des eigenen Namens scheinen auf der Hand zu liegen:
- Kein zusätzlicher Zeitaufwand für Namensfindung,
- keine Umfragen
- und auch keine Verfügbarkeitsprüfung.
Und natürlich ist der eigene Name persönlich und individuell, sofern er nicht sehr häufig ist. Zudem kursieren rund um Unternehmens-, Marken- und Firmenname ein paar Mythen und Halbwahrheiten. Entsprechend groß ist die Unsicherheit, und selbst beratende Stellen und manche Artikel klären hier nicht immer korrekt auf.
Daher räumen wir zunächst mit Mythen zu diesem Thema auf:
Mythos 1: Firmenname = Unternehmensname?
Stimmt nicht. Ein Unternehmensname oder eine Geschäftsbezeichnung ist einfach gesagt der Name für den Außenauftritt. Der Firmenname dagegen ist der offizielle Name einer eingetragenen Firma, zum Beispiel im Handelsregister, also typischerweise im gewerblichen Kontext.
Mythos 2: Freelancer:innen dürfen keinen Unternehmensnamen tragen
Stimmt nicht. Man muss hier wieder unterscheiden zwischen Firmennamen und Unternehmensname. Freelancer:innen dürfen grundsätzlich einen Unternehmensnamen bzw. eine Geschäftsbezeichnung für ihren Auftritt, für Domain, Logo usw. verwenden.
Wichtig ist dabei, dass bei offiziellen Vorgängen die eigene rechtliche Identität zusätzlich auftaucht (z. B. im Impressum, Briefpapier). Wenn Webdesignerin Maria Müller sich den Unternehmensnamen Happy Page gibt, kann sie diesen überall nutzen, wo sie möchte, auch als Domain und im Logo.
Nur auf ihren Rechnungen und im Impressum muss auch ihr eigener Name aufgeführt werden, um nicht den Eindruck einer Firma zu wecken, z. B. HappyPage – Maria Müller. Gründet sie dagegen eine eigene Firma (z. B. eine GmbH oder UG), muss ihr Eigenname nicht mehr Teil des Firmennamens sein.
Mythos 3: Ein Unternehmensname ist ein Markenname
Stimmt auch nicht automatisch. Ein Unternehmensname ist noch kein Markenname. Wer den Unternehmensnamen zusätzlich schützen möchte, kann ihn als Marke eintragen lassen. Was das bedeutet und wann es sich lohnt, erklären wir weiter unten.

Vorteile für die Verwendung eines Unternehmensnamens
Ein Unternehmensname kann mehr leisten, als viele zunächst erwarten:
- Vermittlung von Werten und Stil: Durch Schreibweise, Sprache, Wortteile und Tonalität kann viel vermittelt werden. Der eigene Name steht dagegen nur für eine Person mit einem zufälligen Namen. Wer trotzdem einen persönlichen Namen nutzen möchte, kann ihn kreativ verfremden: Beispielsweise nennt Rechtsanwalt Dr. Maik W. Fettes sein Unternehmen Kanzlei Fettes Recht. Oder man wählt einen erfundenen Namen, der das Angebot attraktiv und merkfähig auflädt: Leichterwärts Life Coaching statt Sandra Wittenzöllner Life Coaching.
- Wachstum wird möglich ohne Neustart: Ein Unternehmens- oder Markenname steht für das Angebot, die Vision oder Ausrichtung, nicht nur für eine bestimmte Person. Möchtest du wachsen und später weitere Personen in dein Business integrieren, kann der Name weiterhin „funktionieren“, da er nicht an deine Person gebunden ist.
- Seriöser und eigenständiger Auftritt: Markennamen können „größer“ wirken als nur Eigennamen. Der Unternehmensname "Tareon Consulting" wirkt beispielsweise deutlich markanter als „Fabian Messner Consulting“.
- Kommunikation wird einfacher: Durch einen Unternehmensnamen erwartet niemand, dass immer die „Chefin" oder der „Inhaber" antwortet. Ein großer Vorteil in stressigen Zeiten, bei Abwesenheit oder wenn es gerade einfach nicht passt.
- Verkauf oder Nachfolge wird möglich: Auch wenn es sich viele im Freelancing heute nicht vorstellen können, irgendwann kann Verkauf oder Nachfolge relevant werden. Ein Unternehmensname lässt sich dann übertragen, ein persönlicher Name nicht.
Nachteile für die Verwendung eines Unternehmensnamens
Wer sich für einen Unternehmensnamen entscheidet, sollte diese Punkte kennen:
- Namensfindung braucht Zeit und Sorgfalt: Einen Unternehmensnamen muss man sich ausdenken oder dabei unterstützen lassen. Dabei muss man sicherstellen, keine Markenrechte zu verletzen, selbst wenn der Name nicht als Marke geschützt werden soll.
- Mögliche Kosten: Wer den Unternehmensnamen zusätzlich als Marke schützen lassen möchte, sollte Gebühren (s.o.) einkalkulieren.
- Nicht für jedes Angebot geeignet: Ein Unternehmensname wirkt institutioneller, ähnlich einer Firma oder Agentur. Bei Dienstleistungen, bei denen der persönliche Eindruck entscheidend ist, kann das kontraproduktiv sein, etwa bei Life Coaching, Therapie oder Trauerbegleitung.
Fazit & Empfehlung
Ein Marken- oder Unternehmensname ist für viele Freelancing-Angebote sinnvoll und birgt unterschätztes Potenzial für den eigenen Auftritt. Da eine Namensfindung mit ein paar Ideen nicht erledigt ist, sollte man genügend Zeit dafür einplanen und idealerweise bereits direkt zur Gründung mit dem Unternehmensnamen starten. Ein späterer Wechsel vom Eigennamen zum Unternehmensnamen ist jederzeit möglich, erfordert jedoch mehr Aufwand, weil dann Logo, Visitenkarten usw. geändert werden müssen. Ist der Wechsel jedoch gut überlegt und strategisch sinnvoll, kann der Neu-Auftritt kommunikativ genutzt und als wichtige News geteilt werden.
Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für dich?
Fühlst du dich wohler mit deinem eigenen Namen als Personal Brand oder fändest du die Idee spannend, einen Unternehmens- oder Markennamen für dein Business zu haben?
Ein Unternehmensname ist keine schnelle Kreativentscheidung, sondern eine strategische Weichenstellung.
Wer das Thema ernsthaft angehen möchte und unsicher ist, ob die aktuelle Richtung wirklich passt, kann sich unverbindlich per E-Mail oder LinkedIn bei Mark 
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