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Für Unternehmen Insights4YU

Brauchen Unternehmen im KI-Zeitalter noch Designer:innen?

von jana@freemom.de am 07.11.26

KI erstellt in Sekunden Bilder, Präsentationen und Designvarianten. Doch wer entwickelt daraus Lösungen, die wirklich zum Unternehmen passen? Designerin Silvia spricht darüber, warum Konzeption, Urteilskraft und die Nähe zu internen Teams heute wichtiger denn je sind.

UPYU Insights · Interview
Im Gespräch: SilviaPackaging Design & DesignmanagementEinblicke aus der UPYU Community

Was Unternehmen aus diesem Interview mitnehmen können: Design ist längst mehr als die Gestaltung von Logos oder Präsentationen. Gerade im Mittelstand geht es auch darum, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen, Entscheidungen zu treffen und gute Ideen in die Praxis zu bringen. Wir haben mit Silvia aus der UPYU Community darüber gesprochen, wie KI ihre Arbeit verändert, wann externe Designkompetenz sinnvoll ist und welche Rolle Freelancing dabei spielt.

01 / KI

Tempo ist nicht alles.

KI kann Prozesse beschleunigen. Konzeption und Einordnung bleiben entscheidend.

02 / DESIGN

Mehr als schöne Oberflächen.

Design verbindet Strategie, Portfolio und unterschiedliche Unternehmensbereiche.

03 / FREELANCE

Expertise nach Bedarf.

Externe Designer:innen bringen Perspektiven ein, ohne dass dauerhaft neue Stellen nötig sind.

Kapitel 01

Design im KI-Zeitalter

Was bleibt, wenn Technologie immer mehr Gestaltung übernehmen kann?

01
Die Frage

Was macht eine Designer:in heute eigentlich?

Wenn du einem mittelständischen Unternehmen erklären müsstest, was du machst: Was ist heute deine eigentliche Aufgabe? Viele denken bei Design noch an Logos, Websites oder schöne Präsentationen. Wie viel deiner Arbeit besteht tatsächlich aus Gestaltung – und wie viel aus Strategie, Innovation, Moderation und Schnittstellenarbeit?

Silvia antwortet

Die Rolle eines Designers on-site geht weit über die klassische Designarbeit hinaus und bewegt sich im Bereich des Design-Managements. Als Schnittstelle zwischen Produktion, Sales und Marketing behalte ich das Gesamtportfolio holistisch im Blick. Das ermöglicht es mir zu erkennen, wo eine Fokussierung oder Erweiterung des Portfolios sinnvoll ist. Der wertvolle Austausch mit anderen Fachbereichen bereichert dabei meine eigene Perspektive: Er hilft mir nachzuvollziehen, warum aus anderen Unternehmensbereichen – wie z.B. dem Marketing – manchmal Wege eingeschlagen werden, die im reinen Designprozess so nicht naheliegend gewesen wären.

02
Die Frage

Brauchen Unternehmen mit KI überhaupt noch Designer:innen?

KI kann inzwischen Bilder erstellen, Präsentationen bauen, Websites entwerfen und Designvarianten generieren. Warum braucht es trotzdem noch professionelle Designer? Und andersherum: Welche Aufgaben würdest du heute tatsächlich nicht mehr ohne KI machen?

Silvia antwortet

Ja, vorerst auf jeden Fall. Ein wesentlicher Punkt ist für mich das konzeptionelle Denken – die Idee, verbunden mit einer starken gestalterischen Umsetzung. Bislang empfinde ich die Ergebnisse von KI in diesem Segment oft noch als eindimensional und wenig überraschend. Gerade erfahrene Designer:innen sind deshalb gefragt, um KI-Ergebnisse gezielt und sinnvoll in einen größeren Kontext einzubetten. Ich selbst möchte KI bei zeitraubenden Arbeitsschritten allerdings nicht mehr missen: Als Packaging-Designerin hilft sie mir enorm dabei, Verpackungen visuell zum Leben zu erwecken. Wo man früher lange nach dem perfekten Ausgangsmood suchen und aufwendig retuschieren musste, gelingt das heute per Prompt in kürzester Zeit.

03
Die Frage

Verändert KI gerade den Wert von Design?

Wenn jeder innerhalb weniger Minuten zehn Varianten produzieren kann: Wird dann vielleicht nicht das Gestalten selbst, sondern das Bewerten, Einordnen und Entscheiden zur entscheidenden Kompetenz? Was müssen gute Designer heute können, was vor fünf Jahren noch weniger wichtig war?

Silvia antwortet

Genau das ist der Punkt: Der sogenannte ‚Gießkannen-Effekt‘ führt dazu, dass wir erst recht bewusste Entscheidungen für oder gegen ein Konzept oder Design treffen müssen. Design-Lead bedeutet heute vor allem Kuratieren, Klarheit schaffen, standhaft zu bleiben und sich den neuen Möglichkeiten aktiv zu öffnen, statt sie zu ignorieren.

UPYU Einordnung

KI liefert Varianten. Erfahrung liefert Orientierung.

Wenn Design schneller produziert werden kann, wird die Frage nach dem richtigen Konzept umso wichtiger. Für Unternehmen lohnt es sich deshalb, bei der Suche nach Designkompetenz nicht allein auf Tools oder Portfolios zu schauen, sondern auch auf strategisches Verständnis, Entscheidungsfähigkeit und die Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen.

Kapitel 02

Externe Expertise, die im Unternehmen ankommt

Warum Nähe, Kontext und Flexibilität in Designprojekten den Unterschied machen.

04
Die Frage

Wann lohnt es sich für Unternehmen, externe Design-Kompetenz ins Haus zu holen?

Welche typischen Situationen gibt es, bei denen du sagen würdest: „Hier braucht ihr gerade jemanden von außen.“ Sind das eher Innovationsprojekte, neue Produkte, Markenentwicklung, Transformation, interne Kommunikation – oder ganz andere Themen?

Silvia antwortet

Das Problem ab einer gewissen Unternehmensgröße ist, dass Units oft isoliert als ‚Sender-Empfänger‘ arbeiten und das Gesamtbild aus den Augen verlieren. Eine externe Agentur für den Designteil schafft dann meist nur eine weitere Schnittstelle nach außen. Der Mehrwert von Design on site liegt für mich genau darin: Ich bin direkt vor Ort, verkürze Abstimmungswege, treffe Entscheidungen auf dem kurzen Dienstweg und kann viel agiler auf Anforderungen reagieren.

05
Die Frage

Du beschreibst dich ein Stück weit als „Inhouse-Agentur auf Zeit“. Was bedeutet das?

Was verändert sich dadurch, dass du direkt mit den Menschen im Unternehmen arbeitest und nicht nur ein Briefing bekommst, das anschließend extern abgearbeitet wird? Wie wichtig ist dabei die Nähe zu Fachbereichen, Geschäftsführung, Marketing oder Produktteams?

Silvia antwortet

Mein Gesamtverständnis für die Unternehmensprozesse hat sich enorm vertieft: Früher war mir oft nicht klar, warum Briefings zurückgestellt wurden oder warum es so lange dauerte, bis ein Design auf den Markt kam. Heute verstehe ich, welche internen Faktoren dazu gehören, und bringe das nötige Verständnis dafür auf. Gleichzeitig nutze ich dieses Know-how, um schon sehr viel früher im Designprozess auf bestimmte Parameter wie zum Beispiel länderspezifische Anpassungen einzugehen.

06
Die Frage

Freelancer oder Agentur – wann passt was?

Wann würdest du einem Unternehmen ganz klar zu einer Agentur raten? Und wann ist ein erfahrener Freelance Designer die bessere Lösung? Wo liegen die Unterschiede beispielsweise bei Geschwindigkeit, Flexibilität, Abstimmung, Kosten und Nähe zum Unternehmen?

Silvia antwortet

Einen erfahrenen Designer würde ich immer dann hinzuziehen, wenn es um die strategische Ausrichtung geht: Wo stehen wir, wo wollen wir hin und was ist dafür nötig? Ein solcher Designer bietet einen enormen Mehrwert durch agiles Handeln, schnelle Skizzen, proaktive Ideen und das Aufzeigen von Grenzen. Wenn es allerdings darum geht, eine Brand Identity auf breiter Front – von physischen Touchpoints über den Raum bis hin zu Social Media – parallel auszurollen, sprengt das die Kapazitäten einer Einzelperson; hier braucht es dann eine Agentur.

07
Die Frage

Warum ist Freelance Design gerade für den Mittelstand interessant?

Viele mittelständische Unternehmen brauchen sehr gute Design-, Innovations- oder Kommunikationskompetenz aber vielleicht nicht dauerhaft und nicht in Vollzeit. Ist genau das eine Stärke von Freelancing? Welche Möglichkeiten entstehen dadurch für Unternehmen, die sich bestimmte Spezialkompetenzen intern gar nicht dauerhaft aufbauen können oder wollen?

Silvia antwortet

Ich glaube, für viele mittelständische Unternehmen ist es oft schwer greifbar, welche strategische Bedeutung Design wirklich hat – nach dem Motto: Das Logo steht schließlich schon seit Jahren, und man bespielt ohnehin Kanäle wie Instagram oder vielleicht TikTok, warum also mehr tun? Genau an dieser Stelle entfaltet flexibles Freelance-Design seinen echten Mehrwert. Wenn man Designer auch mal gezielt stunden- oder projektweise bucht, holen sich Unternehmen frische Impulse von außen, ohne gleich langfristige Fixkosten aufzubauen. So lassen sich völlig neue Möglichkeiten aufzeigen, die im operativen Alltagsgeschäft oft unsichtbar bleiben. Das reicht bis hin zur Moderation und Durchführung maßgeschneiderter Workshops, um intern ein echtes Bewusstsein und ein gemeinsames Verständnis dafür zu schaffen, was professionelles Design im Kern leisten kann.

08
Die Frage

Welche Rolle spielt ein externer Designer an internen Schnittstellen?

Du hast erzählt, dass du stark in der Schnittstellenkommunikation arbeitest. Was bedeutet das konkret? Kann jemand von außen manchmal sogar besser unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen, Dinge hinterfragen oder Diskussionen moderieren als jemand, der selbst Teil der Organisation ist?

Hinweis zum Interview

Siehe Antwort zu Frage 1 + 4

UPYU Impuls für Unternehmen

Vor der Beauftragung drei Fragen klären

  • Was ist das eigentliche Ziel? Eine einzelne Gestaltung, eine strategische Neuausrichtung oder die Umsetzung über viele Kanäle?
  • Wie eng muss die Zusammenarbeit sein? Reicht ein Briefing oder braucht es eine Person, die interne Teams und Prozesse mitdenkt?
  • Welche Kapazität wird benötigt? Eine erfahrene Einzelperson für einen definierten Auftrag oder ein größeres Team für den parallelen Rollout?
Kapitel 03

Vom Kontakt zum passenden Match

Wie Unternehmen gezielt Designkompetenz finden und Zusammenarbeit erfolgreich starten.

09
Die Frage

Warum suchen Unternehmen Freelancer noch so häufig über LinkedIn oder das eigene Netzwerk?

Viele Unternehmen schreiben einfach: „Kennt jemand jemanden?“ Was funktioniert daran gut und wo liegen die Grenzen? Wie schwierig ist es für Unternehmen, über ein LinkedIn-Profil tatsächlich herauszufinden, ob jemand fachlich, persönlich, zeitlich und methodisch zum Projekt passt?

Silvia antwortet

Das ist schwer pauschal zu sagen. Meine eigenen Erfahrungen mit LinkedIn-Anfragen waren positiv, kamen bisher aber eher von Agenturen als direkt von Endkunden. Solche Kontakte führen vor allem dann zum Erfolg, wenn man sofort in den Dialog geht, um Aufgabe, Zeitrahmen, Verfügbarkeit und Budget direkt abzuklopfen. Wenn Unternehmen selbst unklar darüber sind, was sie eigentlich suchen, laufen solche Netzaufrufe ins Leere – das erinnert oft an Stellenausschreibungen, die gar nicht besetzt werden sollen, sondern eher dazu dienen, die Resonanz des Marktes zu testen.

10
Die Frage

Warum kann eine Plattform wie UPYU dabei helfen?

Was müsste eine Plattform aus deiner Sicht leisten, damit sowohl Unternehmen als auch Freelancer wirklich einen Mehrwert haben?

Silvia antwortet

Für Unternehmen übernimmt sie die Vorselektion und leistet wertvolle Recruiting-Arbeit. Für Freelancer schafft sie Sicherheit durch rechtlich geprüfte Verträge und minimiert das Risiko, dass Auftraggeber kurzfristig abspringen.

Zum Abschluss

Freelancer, Agentur oder Festanstellung?

Zum Abschluss: Was würdest du einem mittelständischen Unternehmen sagen, das gerade überlegt: Agentur, Festanstellung oder Freelancer?

Ich würde immer vom Kleinen ins Große skalieren. Starte erst einmal mit einem Freelancer. Wenn die Zusammenarbeit langfristig funktioniert, steht oft auch die Option auf eine Festanstellung im Raum, was für viele Freelancer mittlerweile auch interessant ist. Zudem profitiert man vom Netzwerk des Freelancers: Sie sind meist sehr gut vernetzt, kennen die Arbeitsweise von Agenturen und können gezielt weitervermitteln, wenn ein Projekt eine größere Agenturleistung erfordert.
Silvia, Designerin aus der UPYU Community

Unser Fazit: Designkompetenz bleibt. Ihr Einsatz wird flexibler.

Silvias Perspektive macht deutlich: KI verändert die Werkzeuge des Designs, ersetzt aber nicht automatisch die Menschen, die Zusammenhänge verstehen, Ideen bewerten und verschiedene Teams zusammenbringen. Gerade für mittelständische Unternehmen kann es sinnvoll sein, diese Erfahrung gezielt für einzelne Projekte oder Entwicklungsphasen einzubinden.

Und dafür muss nicht jede Kompetenz dauerhaft intern aufgebaut werden. Entscheidend ist, welche Expertise ein Unternehmen wann benötigt – und welche Form der Zusammenarbeit zum Vorhaben passt.

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Silvia kennenlernen: Sie ist selbst Teil der UPYU Community. Hier geht es zu ihrem Profil: Zum UPYU Profil von Silvia →


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  1. 07.11.26 – Brauchen Unternehmen im KI-Zeitalter noch Designer:innen?
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Die FreeMOM GmbH vergibt ein Thüringen-Stipendium für Studierende. Ziel ist es, hochqualifizierte Nachwuchskräfte frühzeitig zu fördern und an ein innovatives Thüringer Unternehmen zu binden. Ergebnis: Stärkung der Fachkräftesicherung in Forschung, Entwicklung und Innovation in Thüringen. Das vom Freistaat Thüringen geförderte Vorhaben wird durch Mittel des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) kofinanziert.

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